Seit März 2025 beantwortet Google auch in Deutschland viele Suchanfragen mit einer KI-Übersicht über den Treffern. Was das für Websites bedeutet, die bisher von diesen Klicks gelebt haben.
Seit dem 26. März 2025 zeigt Google auch in Deutschland bei vielen Suchanfragen eine „Übersicht mit KI“ an. Sie steht über den klassischen Treffern, fasst eine Antwort in einigen Sätzen zusammen und verlinkt die Quellen, auf die sie sich stützt.
Eine Zusammenfassung über den Treffern
Für Suchende ist das bequem. Für Websites, deren Besuche vor allem aus einfachen Informationsfragen stammen, bedeutet es: Ein Teil der Antworten wird gelesen, ohne dass jemand die Seite besucht. Die Übersicht erscheint nicht bei jeder Anfrage, sondern dann, wenn Google eine Zusammenfassung für hilfreich hält.
1. Welche Anfragen betroffen sind
Betroffen sind vor allem Fragen mit einer klaren, kurzen Antwort: Definitionen, Fristen, einfache Anleitungen. Weniger betroffen sind Anfragen, hinter denen eine Entscheidung steht — wer einen Handwerker, eine Agentur oder eine Praxis sucht, will am Ende einen konkreten Anbieter, nicht nur eine Erklärung.
2. Wie Inhalte zitiert werden
Die Quellen der Übersicht sind gewöhnliche Webseiten. Google nennt keine gesonderten Maßnahmen, um dort zu erscheinen; es gelten dieselben Grundlagen wie für die normale Suche. Seiten, die eine Frage direkt, sachlich und gut gegliedert beantworten, lassen sich leichter zitieren als solche, die die Antwort hinter langen Einleitungen verstecken.
Die eigentliche Antwort früh im Text geben
Klare Überschriften, die die Frage aufgreifen
Belegte Angaben statt allgemeiner Formulierungen
Seiten stärken, die zur Entscheidung führen: Leistung, Preis, Kontakt
Anfragen messen, nicht nur Besuche
Für die eigene Planung heißt das: Reine Erklärseiten verlieren an Wert, wenn sie nur beantworten, was die Übersicht ohnehin zusammenfasst. Wert behalten Seiten, die etwas bieten, das eine Zusammenfassung nicht ersetzen kann — ein Angebot, eine Einschätzung aus der eigenen Praxis, ein Werkzeug, einen Kontakt.
Klicks aus der Übersicht zählt die Search Console zu den gewöhnlichen Suchklicks. Wer wissen will, ob sich etwas verändert, vergleicht deshalb Seitentypen über längere Zeiträume: Wie entwickeln sich Erklärseiten im Verhältnis zu Leistungs- und Kontaktseiten?
Weniger Klicks, bessere Seiten
Weniger Besuche bedeuten nicht zwangsläufig weniger Anfragen. Google selbst gibt an, dass Besucher, die aus einer Übersicht auf eine Seite wechseln, dort länger bleiben. Von außen prüfen lässt sich das kaum; die eigenen Zahlen zu Anfragen sind der verlässlichere Maßstab.
Das Grundprinzip ändert sich dadurch nicht: Suchmaschinen und ihre KI-Funktionen brauchen Inhalte, die jemand geschrieben hat, der sich auskennt. Allgemeine Texte, die nur wiederholen, was überall steht, haben es neben Zusammenfassungen noch schwerer als zuvor.
Wer Inhalte für die Suche plant, sollte deshalb weniger auf die Zahl der Besuche achten und mehr darauf, was die Besuche auslösen. Eine Seite mit halb so vielen Besuchern, aus der doppelt so viele Anfragen kommen, ist die bessere Seite.
